Benzodiazepin-Entzugsrechner

Benzodiazepin-Entzugsrechner

Dosisreduktionsplan · Diazepam-Äquivalenz · Praktische Umsetzbarkeit · Verlaufsdokumentation

Grundlage: S3-Leitlinie Medikamentenbezogene Störungen (AWMF 038-025, 2020/2021, abgelaufen 07/2025 – Überarbeitung läuft) · Ashton-Protokoll · Praxis-Suchtmedizin.ch (2023)

⚠

Nur für medizinisches Fachpersonal. Äquivalenzdosen sind Richtwerte – Quellen können leicht abweichende Werte angeben, individuelle Anpassung stets erforderlich. Tablettenstärken gemäss DACH-Markt (Stand 2024/2025). Bei schwerer Abhängigkeit, Hochdosiseinnahme, Polysubstanzkonsum oder Entzugskomplikationen ist eine stationäre Behandlung indiziert.

1 · Substanz wählen

2 · Aktuelle Tagesdosis

mg/Tag

3 · Reduktionsgeschwindigkeit

4 · Diazepam-Umstellung

Empfohlen bei kurzwirksamen BZD (Lorazepam, Alprazolam, Oxazepam, Temazepam) und Z-Substanzen

Legende Umsetzbarkeit

✓ Exakt umsetzbar mit DACH-Tabletten
⚠ Auf nächste teilbare Dosis gerundet
✕ Nicht umsetzbar → Diazepam-Wechsel notwendig
💊

Substanz wählen und Dosis eingeben um den Entzugsplan zu generieren.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Referenzsubstanz: Diazepam 10 mg/Tag – alle BZD und Z-Substanzen werden darauf umgerechnet
  • Primärquellen: S3-Leitlinie AWMF 038-025 (2020/2021) · Ashton-Protokoll (2002, rev. 2011) · Praxis-Suchtmedizin.ch (2023)
  • Jeder Reduktionsschritt wird auf die nächste tatsächlich teilbare Dosis gerundet (DACH-Tablettenstärken)
  • Hochdosis > 40 mg Diazepam-Äquivalent/Tag: stationäre Behandlung leitlinienkonform indiziert
  • Kurzwirksame BZD (Lorazepam, Alprazolam, Oxazepam, Temazepam) und Z-Substanzen: Umstellung auf Diazepam empfohlen
  • Verlaufstext direkt in die Krankenakte kopierbar – inkl. Leitlinienreferenz und Monitoringhinweisen
  • ⚠ Nie abrupt absetzen – Risiko: Entzugskrämpfe, lebensbedrohliches Delir

Das Wichtigste in Kürze: Benzodiazepin-Äquivalenztabelle

Für den klinischen Alltag sind die häufigsten Diazepam-Äquivalente direkt abrufbar. Die Werte basieren primär auf dem Ashton-Manual (2002) sowie der S3-Leitlinie AWMF 038-025. Alle Angaben in mg/Tag als Tagesgesamtdosis.

Substanz

Handelsname (DACH)

= Diazepam 10 mg

HWZ

Teilbarkeit

Umstellung?

Diazepam

Valium®, Psychopax®

10 mg (Referenz)

lang (20–100 h)

2/5/10 mg + Tropfen 2 mg/ml

— Referenz

Lorazepam

Tavor®, Temesta®

1 mg

kurz (10–20 h)

0.5/1/2/2.5 mg

⚠ Empfohlen

Alprazolam

Xanax®

0.5 mg

kurz (6–12 h)

0.25/0.5/1/2 mg

✕ Obligatorisch

Oxazepam

Seresta®, Adumbran®

15 mg

kurz (4–15 h)

10/15/50 mg

⚠ Empfohlen

Bromazepam

Lexotanil®

5 mg

mittel (10–20 h)

1.5/3/6 mg

✓ Direkt möglich

Clonazepam

Rivotril®

0.5 mg

mittel (18–50 h)

0.5/1/2 mg

⚠ Bevorzugt

Nitrazepam

Mogadon®

10 mg

mittel (18–38 h)

5/10 mg

✓ Direkt möglich

Temazepam

Planum®, Normison®

10 mg

kurz (8–22 h)

10/20 mg (Kapseln!)

✕ Obligatorisch

Zolpidem

Stilnox®, Ambien®

10 mg

kurz (1.5–4 h)

5/10 mg

⚠ Empfohlen

Zopiclon

Imovane®, Somnosan®

7.5 mg

kurz (3.5–6 h)

3.75/7.5 mg

⚠ Empfohlen

 

Wie funktioniert der Benzodiazepin-Entzugsrechner?

Der Rechner generiert auf Basis der aktuellen Tagesdosis einen strukturierten Dosisreduktionsplan, der für jede Substanz die realen DACH-Tablettenstärken berücksichtigt. Für jeden Schritt wird geprüft, ob die berechnete Zieldosis tatsächlich umsetzbar ist:

  • Grün (✓) – Dosis exakt mit verfügbaren Tabletten darstellbar, inkl. Kombinationsvorschlag (z.B. «1×5 mg + ½×2 mg»)
  • Orange (⚠) – Schritt wurde auf die nächstmögliche teilbare Dosis gerundet
  • Rot (✕) – Dosis nicht umsetzbar (z.B. Temazepam-Kapseln) → Wechsel auf Diazepam erforderlich

Der generierte Verlaufstext enthält alle klinisch relevanten Angaben inkl. Leitlinienreferenz und kann direkt in das Krankenhausinformationssystem (KIS) eingefügt werden

GRUNDFORMEL DIAZEPAM-ÄQUIVALENT

Diazepam-Äquivalent (mg) = (Tagesdosis ÷ Äquivalenzfaktor) × 10

Beispiel Lorazepam 4 mg/Tag:

(4 mg ÷ 1) × 10 = 40 mg Diazepam/Tag → ⚠ Hochdosis → stationär!

Beispiel Alprazolam 1 mg/Tag:

(1 mg ÷ 0.5) × 10 = 20 mg Diazepam/Tag

 

Lorazepam ausschleichen – Entzugsplan berechnen

Lorazepam (Tavor®, Temesta®) ist eines der meistverordneten Benzodiazepine in der DACH-Region und stellt eine der häufigsten Ausgangssituationen beim BZD-Entzug dar. Die kurze Halbwertszeit (10–20 h) und das Fehlen aktiver Metaboliten führen zu abrupten Spiegelabfällen und einem hohen Absetzsyndrom-Risiko.

LORAZEPAM → DIAZEPAM (ASHTON 2002 / S3-LEITLINIE)

1 mg Lorazepam = 10 mg Diazepam

2 mg Lorazepam = 20 mg Diazepam

4 mg Lorazepam = 40 mg Diazepam ⚠ Hochdosis → stationär!

0.5 mg Lorazepam = 5 mg Diazepam (kleinste Stärke Tavor® 0.5 mg)

⚠ Lader 2009 gibt konservativere Werte: 0.5 mg = 10 mg Diazepam – bei unsicherer Toleranz Lader-Wert bevorzugen

Die S3-Leitlinie empfiehlt für Lorazepam die Umstellung auf Diazepam vor dem Ausschleichen (Ashton-Protokoll). Diazepam-Tabletten (2/5/10 mg) sind teilbar und können mit der Tropfenlösung (2 mg/ml) für Dosen unter 2 mg ergänzt werden. Ein direktes Ausschleichen von Lorazepam ist aufgrund der kurzen Halbwertszeit mit erhöhtem Rebound-Risiko verbunden.

Lorazepam und Clozapin: Cave – die Kombination Lorazepam + Clozapin kann zu Hypersalivation, Sedation und in seltenen Fällen zu kardiorespiratoriSchem Versagen führen. Engmaschiges Monitoring erforderlich.

Alprazolam ausschleichen – Besonderheiten

Alprazolam (Xanax®) gilt als eines der schwierigsten Benzodiazepine beim Ausschleichen. Die sehr kurze Halbwertszeit (6–12 h) und die hohe Potenz (20× Diazepam) führen zu intensiven Rebound-Symptomen zwischen den Einnahmezeitpunkten.

ALPRAZOLAM → DIAZEPAM (ASHTON 2002 = LADER 2009)

0.25 mg Alprazolam = 5 mg Diazepam

0.5 mg Alprazolam = 10 mg Diazepam

1 mg Alprazolam = 20 mg Diazepam

2 mg Alprazolam = 40 mg Diazepam ⚠ Hochdosis → stationär!

Ashton und Lader sind hier deckungsgleich (Faktor 20). Direkte Reduktion ohne DZ-Umstellung nicht empfohlen.

Cave CYP3A4: Alprazolam wird stark über CYP3A4 metabolisiert. Azolantimykotika (Fluconazol, Itraconazol), Makrolidantibiotika und Grapefruitsaft können die Plasmaspiegel erheblich erhöhen. Umgekehrt können CYP3A4-Induktoren (Carbamazepin, Rifampicin) die Wirkung abschwächen.

Diazepam-Umstellung nach Ashton-Protokoll

Die Umstellung auf Diazepam ist das Kernelement des Ashton-Protokolls und wird von der S3-Leitlinie bei kurzwirksamen Benzodiazepinen und Z-Substanzen empfohlen. Die Gründe:

  • Lange Halbwertszeit (20–100 h): verhindert abrupte Spiegelabfälle, Selbsttapering durch aktive Metaboliten (Nordazepam, Desmethyldiazepam)

  • Optimale Teilbarkeit: Tabletten 2/5/10 mg + Tropfenlösung 2 mg/ml für Dosen unter 2 mg/Tag

  • Glatter Spiegel-Verlauf: geringes Rebound-Risiko zwischen Einnahmen

  • Bei Leberinsuffizienz: Alternativer Oxazepam (Phase-II-Metabolismus, keine aktiven MetabolitenUMSTELLUNGSSCHEMA (ASHTON-PROTOKOLL)

    UMSTELLUNGSSCHEMA (ASHTON-PROTOKOLL)

    Woche 1: 1 Tagesdosis Originalsubstanz → Diazepam-Äquivalent ersetzen

    Woche 2: 2 Tagesdosen ersetzen

    Woche 3–4: Vollständige Umstellung, Gesamtdosis äquivalent halten

    Erst nach vollständiger Umstellung: Reduktionsplan beginnen

 

Z-Substanzen ausschleichen: Zolpidem, Zopiclon

Die Z-Substanzen (Zolpidem, Zopiclon, Eszopiclon, Zaleplon) sind strukturell keine Benzodiazepine, wirken jedoch am gleichen GABA-A-Rezeptor (selektiv ω1-Untereinheit). Die S3-Leitlinie stuft ihr Abhängigkeits- und Entzugspotenzial als dem der Benzodiazepine gleichwertig ein

Z-SUBSTANZEN → DIAZEPAM (LADER 2009 / PRAXIS-SUCHTMEDIZIN.CH 2023 – KEIN ASHTON-WERT!)

10 mg Zolpidem (Stilnox®) ≈ 10 mg Diazepam

7.5 mg Zopiclon (Imovane®) ≈ 10 mg Diazepam

3 mg Eszopiclon (Lunesta®) ≈ 10 mg Diazepam

20 mg Zaleplon (Sonata®) ≈ 10 mg Diazepam

⚠ Erhöhte Schätzunsicherheit – keine validen pharmakologischen Äquivalenzdaten nach Ashton verfügbar. Konservativ beginnen und individuell titrieren

Zolpidem (Stilnox®) hat eine sehr kurze Halbwertszeit (1.5–4 h) und ist in 5 mg und 10 mg Tabletten erhältlich (halbierbar bis 2.5 mg). Unter 2.5 mg ist ein Wechsel auf Diazepam-Tropfenlösung erforderlich. Retardformen (Zolpidem ret.) sind für den Entzug nicht geeignet.

Zopiclon (Imovane®/Somnosan®) steht in 3.75 mg und 7.5 mg zur Verfügung (halbierbar bis 1.875 mg). Der charakteristische metallische Geschmack kann die Compliance beeinträchtigen.

 

Reduktionsgeschwindigkeit – Leitlinienempfehlung vs. Praxis

Methode Reduktion pro Schritt Intervall Gesamtdauer (Beispiel: 20 mg DZ) Indikation
Langsam ✓ ~10 % alle 2 Wochen ca. 40–50 Wochen Ambulant und stationär – Leitlinienstandard
Moderat ~20 % pro Woche ca. 10–14 Wochen Nur mit engmaschiger Kontrolle
Schnell ~25 % pro Woche ca. 8–10 Wochen Nur stationär – erhöhtes Entzugsrisiko

 Hyperbolische Reduktion (Horowitz & Taylor 2019): Gleiche mg-Schritte bewirken am unteren Dosisende überproportional grosse Rezeptorveränderungen. Empfehlung: Schritte von ≤10 % der Vortagesdosis, mit zunehmen kleineren absoluten mg-Schritten. Unterhalb von 2 mg Diazepam: Tropfenlösung für Schritte von 0.5 mg oder weniger.

Hochdosis-Abhängigkeit – Wann ist stationäre Behandlung indiziert?

Die S3-Leitlinie AWMF 038-025 empfiehlt bei folgenden Konstellationen eine stationäre Entzugsbehandlung:

Stationäre Indikationen gemäss S3-Leitlinie:

  • Diazepam-Äquivalent > 40 mg/Tag (Hochdosis)
  • Entzugskrampf in der Anamnese (EEG-Kontrolle obligat)
  • Polysubstanzabhängigkeit (insb. Alkohol + BZD)
  • Schwere psychiatrische Komorbidität (Suizidalität, Psychose)
  • Ambulante Entzugsüberwachung nicht sicherstellbar
  • Schwangerschaft (interdisziplinäre Begleitung, kein abruptes Absetzen!)

Risiken des unkontrollierten Entzugs: Generalisierte Krampfanfälle (Inzidenz bei abruptem Absetzen bis zu 20 %), Entzugsdelir (lebensbedrohlich, Mortalität ohne Behandlung bis 15 %), schwere Angst/Panikattacken, Suizidalität.

 

 

Monitoring – CIWA-B und BWSAS im Entzug

Die S3-Leitlinie empfiehlt den Einsatz strukturierter Monitoring-Instrumente bei der Benzodiazepin-Entzugsbehandlung:

  • CIWA-B (Clinical Institute Withdrawal Assessment for Benzodiazepines): 12 Items (Angst, Tremor, Schwitzen, Schlafstörung, etc.); Score >15 = schwerer Entzug, medizinisches Eingreifen erforderlich
  • BWSAS (Benzodiazepine Withdrawal Symptom Assessment Scale): Besonders geeignet für Low-Dose-Abhängigkeit und ambulante Überwachung
  • EEG: Bei Krampfanamnese, Hochdosis (>40 mg DZ-Äq.) oder bekannter zerebraler Vorerkrankung obligat
  • Schlaftagebuch und Symptomprotokoll: Förderung der Eigenverantwortung, frühzeitige Erkennung von Rebound-Phänomenen

Kontrollintervalle: Initial wöchentlich, bei stabilem Verlauf alle 2 Wochen. KVT-Begleitung verbessert Langzeitabstinenz erheblich (Empfehlungsgrad A, S3-Leitlinie).

Grenzen der Äquivalenzdosen

Äquivalenzdosen sind Populationsmittelwerte und unterliegen erheblicher interindividueller Variabilität. Folgende Limitationen sind zu berücksichtigen:

  • Toleranzentwicklung: Bei langjähriger Einnahme kann die effektive Dosis deutlich von der Äquivalenzberechnung abweichen – individuelles Titrieren erforderlich
  • Pharmakogenetik: CYP3A4- und CYP2C19-Polymorphismen beeinflussen Metabolisierung von Alprazolam, Midazolam und Triazolam erheblich
  • Quellenabweichungen: Ashton (2002) und Lader (2009) unterscheiden sich bei Lorazepam um den Faktor 2 – bei unsicherer Toleranz konservativ beginnen
  • Kombinationstherapien: Antipsychotika, Antidepressiva, Antiepileptika und Alkohol können den Ausschleichverlauf erheblich beeinflussen
  • Z-Substanzen: Keine validen Ashton-Äquivalente verfügbar – Lader-Werte sind Schätzungen mit erhöhter Unsicherheit

 

FAQ

Wie rechne ich Lorazepam 2 mg in Diazepam um?

Lader et al. (2009) schätzen konservativer: 0.5 mg Lorazepam = 10 mg Diazepam, d.h. 2 mg = 40 mg Diazepam. Die Diskrepanz zwischen beiden Quellen ist klinisch erheblich – bei unsicherer Toleranz immer mit dem Lader-Wert beginnen und individuell titrieren. Für das Ausschleichen wird eine Umstellung auf Diazepam dringend empfohlen.

Welches Benzodiazepin eignet sich am besten zum Ausschleichen?

Diazepam ist laut Ashton und S3-Leitlinie die bevorzugte Substanz: lange HWZ (20–100 h inkl. aktiver Metabolit Desmethyldiazepam), gut teilbar (2/5/10 mg Tabletten + Tropfenlösung 2 mg/ml), glatter Spiegel-Verlauf.

Alternative bei Leberinsuffizienz: Oxazepam (direkte Glukuronidierung, keine aktiven Metaboliten, kein CYP-Metabolismus). Cave: kürzere HWZ, Tabletten begrenzt teilbar.

Was ist das Diazepam-Äquivalent von Alprazolam 0.5 mg?

0.5 mg Alprazolam (Xanax®) entsprechen 10 mg Diazepam – hier stimmen Ashton (2002) und Lader (2009) überein (Faktor 20). Alprazolam ist damit eines der hochpotentesten BZD in der Praxis.

Cave: Sehr kurze HWZ (6–12 h) → Rebound-Angst zwischen Einnahmen. CYP3A4-Interaktionen (Azolantimykotika, Makrolide, Grapefruit) können Spiegel dramatisch erhöhen. Diazepam-Umstellung ist obligatorisch.

Wann ist ein Wash-out bei Antidepressiva zwingend erforderlich?

Ein Wash-out ist beim Wechsel von oder zu MAO-Hemmern zwingend notwendig, um das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom zu vermeiden. Standard: 14 Tage nach irreversiblem MAOH; 1–2 Tage nach Moclobemid. Vor Moclobemid-Beginn: mind. 1 Woche nach anderen Antidepressiva; nach Fluoxetin 5 Wochen (sehr lange Halbwertszeit).

Wie viel Diazepam entspricht 7.5 mg Zopiclon?

7.5 mg Zopiclon (Imovane®) entsprechen nach Lader et al. (2009) und Praxis-Suchtmedizin.ch ca. 10 mg Diazepam. Für Zopiclon gibt es keinen Ashton-Wert.

Zopiclon hat eine kurze HWZ (3.5–6 h) und ein dem Benzodiazepin vergleichbares Abhängigkeitsprofil (S3-Leitlinie). Tabletten halbierbar: 7.5 → 3.75 → 1.875 mg. Unter 1.875 mg Wechsel auf Diazepam-Tropfenlösung empfohlen.

Kann ich Benzodiazepine direkt absetzen?

Nein – abruptes Absetzen nach Einnahmedauer >4 Wochen ist kontraindiziert (S3-Leitlinie, Ashton). Risiken: Angst, Insomnie, Tremor, Schwitzen, Krampfanfälle (bei Hochdosis), lebensbedrohliches Delir.

Selbst bei kurzer Einnahmedauer empfiehlt sich ein schrittweises Ausschleichen. Bei Hochdosis-Abhängigkeit ist eine sofortige stationäre Einweisung zu erwägen. Ein abruptes Absetzen darf nur unter intensivmedizinischer Überwachung erfolgen.

Was ist der Unterschied zwischen Furukawa 2019 und WHO-DDD?

urukawa (2019) basiert auf einer Netzwerk-Meta-Analyse mit >60.000 Patienten und bildet direkte Wirkäquivalenzen ab. WHO-DDD sind bevölkerungsstatistische Durchschnittsdosen – keine Wirkäquivalenz. Bei TZA können die Werte um bis zu 50% abweichen (Beispiel: Amitriptylin 100 mg = 26,7 mg Fluoxetin-Äq. nach Furukawa vs. 13,3 mg nach DDD). Furukawa ist die bevorzugte Methode.

Was ist der Unterschied zwischen CIWA-B und BWSAS?

CIWA-B (Clinical Institute Withdrawal Assessment for Benzodiazepines): 12 Symptomkategorien (Angst, Tremor, Schwitzen, Kopfschmerzen, wahrnehmungsstörungen etc.), Score 0–60+; Score >15 = schwerer Entzug mit Interventionsbedarf. Gut geeignet für stationäres Monitoring.

BWSAS (Benzodiazepine Withdrawal Symptom Assessment Scale): Selbstbeurteilungsskala, besonders geeignet für Low-dose-Abhängigkeit und ambulantes Setting. Erfasst auch affektive und kognitive Symptome, die bei CIWA-B weniger gewichtet sind.

Empfehlung: CIWA-B stationär, BWSAS ambulant – beide ergänzend zu klinischer Beurteilung.

Was ist das Diazepam-Äquivalent von Clonazepam 2 mg?

2 mg Clonazepam (Rivotril®) entsprechen 40 mg Diazepam (Faktor 20, Ashton 2002 = Lader 2009 übereinstimmend). Das entspricht der Hochdosis-Schwelle – stationäre Behandlung gemäss S3-Leitlinie indiziert.

Cave: Clonazepam wird oft auch als Antiepileptikum eingesetzt. Vor dem Absetzen unbedingt neurologische Rücksprache – das abrupte Absetzen kann epileptische Anfälle provozieren, unabhängig von einer BZD-Abhängigkeit.

Autor:

Dr. med. univ Robert Trojak

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