F23.3 Akute vorübergehende psychotische Störungen
Das Wichtigste in Kürze:
✓ Kernmerkmal: Akute psychotische Zustände, die keiner anderen Kategorie der F23-Gruppe (polymorph oder schizophreniform) eindeutig zugeordnet werden können.
✓ Leitsymptome: Akut auftretende wahnhafte Ideen oder Halluzinationen, die jedoch nicht die spezifische Wechselhaftigkeit der Polymorphie oder die klinische Tiefe einer Schizophrenie erreichen.
✓ ICD-11 Update: Geht in der Sammelkategorie 6A23 (Akute und vorübergehende psychotische Störung) auf. Die ICD-11 verzichtet auf diese spezifische „Rest-Kategorie“ zugunsten einer einheitlichen Diagnose.
✓ Zeitkriterium: Wie bei allen F23-Diagnosen muss der Onset innerhalb von maximal 2 Wochen liegen.
✓ Doku-Tipp: Nutzen Sie diese Diagnose für akute Wahnzustände, die zu kurz für eine F22 (Wahnhafte Störung) sind und nicht die Symptomlast einer F20 (Schizophrenie) tragen.
Definition
Akute psychotische Störungen, die nicht eindeutig einer der spezifischen F23-Unterformen zugeordnet werden können.
Diagnosekriterien nach ICD-10
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Akuter Beginn
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Psychotische Symptome
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Dauer < 3 Monate
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Keine eindeutige Zuordnung zu F23.0–F23.2
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Update zu ICD-11
- Verschmelzung der Subtypen: Die Trennung in „andere“ (F23.3) oder „nicht näher bezeichnete“ (F23.9) psychotische Störungen entfällt. Alle akuten Verläufe werden primär als 6A23 (Acute and transient psychotic disorder) kodiert.
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Fokus auf den Onset: Das entscheidende Kriterium für die Einordnung unter 6A23 ist der abrupte Beginn (innerhalb von 48 Stunden bis 2 Wochen). Die genaue Färbung der Symptome (ob eher wahnhaft oder halluzinatorisch) wird über dimensionale Beschreibungen ergänzt, statt über eigene Subtypen.
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Erweitertes Zeitfenster: Während die ICD-10 bei der F23.3 oft eine sehr kurzfristige Klärung verlangt, erlaubt die ICD-11 die Diagnose 6A23 für eine Dauer von bis zu 3 Monaten. Erst danach muss auf eine stabilere Diagnose (z. B. wahnhafte Störung 6A24) gewechselt werden.
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Spezifizierung der Belastung: Wie bei allen akuten Psychosen erlaubt die ICD-11 die explizite Kennzeichnung, ob die Störung mit akutem Stress (z. B. ein schwerwiegendes Lebensereignis) assoziiert ist.
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Klinische Klarheit: Durch den Wegfall der F23.3 wird vermieden, dass „atypische“ akute Psychosen diagnostisch unterschätzt werden. Sie werden nun als vollwertige Varianten der akuten psychotischen Störung behandelt.