F25.0 – Schizoaffektive Störung, manischer Typ
Das Wichtigste in Kürze:
✓ Kernmerkmal: Gleichzeitiges Bestehen von eindeutigen schizophrenen Symptomen und einer manischen Episode innerhalb derselben Krankheitsphase.
✓ Leitsymptome: Größenwahn, Ideenflucht und gesteigerter Antrieb (Manie) kombiniert mit z. B. Ich-Störungen, bizarrem Wahn oder kommentierenden Stimmen (Schizophrenie).
✓ ICD-11 Update: Neukodierung unter 6A21 (Schizoaffektive Störung). Die ICD-11 fordert eine striktere zeitliche Überlappung (Symptome müssen für den Großteil der Episode gleichzeitig bestehen).
✓ Prognose: Meist günstiger als bei einer reinen Schizophrenie, aber oft rezidivierend; hohes Risiko für soziale Eskalationen während der floriden Phase.
✓ Doku-Tipp: Dokumentieren Sie präzise die zeitliche Gleichzeitigkeit. Treten die Symptome zeitlich versetzt auf, ist eher eine bipolare Störung (6B6x) oder Schizophrenie (6A20) mit affektiver Dimension zu prüfen.
Definition
Bei der schizoaffektiven Störung, manischer Typ, treten schizophrene Symptome (z. B. Wahn, Halluzinationen) gleichzeitig mit manischen Symptomen auf.
Die manische Symptomatik ist dabei klinisch eindeutig und dominierend, jedoch nicht isoliert.
Diagnosekriterien nach ICD-10
Gleichzeitiges Auftreten
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Schizophrene Symptome:
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Wahn
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Halluzinationen
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Ich-Störungen
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Manische Symptome:
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Gehobene oder gereizte Stimmung
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Gesteigerter Antrieb
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Reduziertes Schlafbedürfnis
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Größenideen
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➡️ Beide Symptomgruppen bestehen innerhalb derselben Krankheitsphase.
Update zu ICD-11
In der ICD-11 erfährt die schizoaffektive Störung eine konzeptionelle Schärfung, um „Fehldiagnosen“ zu vermeiden:
- Neue Kodierung: Die Diagnose wird unter 6A21 (Schizoaffektive Störung) geführt. Der aktuelle manische Zustand wird über Spezifizierer (z. B. 6A21.0 für die aktuelle Episode) abgebildet.
- Strenge Zeitkriterien: Die ICD-11 verlangt, dass die schizophrenen und die affektiven Symptome (hier Manie) über den Großteil der Episodendauer gleichzeitig vorliegen. Dies ist eine Abkehr von der oft lockeren Handhabung in der ICD-10.
- Abgrenzung zur bipolaren Störung: Wenn die schizophrenen Symptome nur auf dem Höhepunkt der Manie auftreten (wahnhafte Manie), wird in der ICD-11 die Diagnose Bipolare Störung Typ I mit psychotischen Symptomen bevorzugt.
- Dimensionale Bewertung: Wie bei der Schizophrenie werden zusätzliche Dimensionen kodiert (z. B. Grad der Desorganisation oder kognitiver Beeinträchtigungen), was eine genauere Beschreibung des manischen „High-Speed“-Denkens ermöglicht.
- Verlaufskennzeichen: Es wird explizit dokumentiert, ob es sich um eine Erstepisode, eine Rezidivierung oder eine chronische Verlaufsform handelt.