F23.2 Akute schizophreniforme psychotische Störung Definition
Das Wichtigste in Kürze:
✓ Kernmerkmal: Ein psychotisches Zustandsbild, das die klinischen Kriterien einer Schizophrenie (F20) erfüllt, aber die geforderte Mindestdauer von einem Monat noch nicht erreicht hat.
✓ Leitsymptome: Stabile schizophrene Symptome wie Wahn, Halluzinationen oder formale Denkstörungen ohne die für F23.0 typische Wechselhaftigkeit (Polymorphie).
✓ ICD-11 Update: Wird unter 6A23 (Akute und vorübergehende psychotische Störung) klassifiziert. Der Begriff „schizophreniform“ entfällt als eigene Kategorie zugunsten eines dimensionalen Ansatzes.
✓ Zeitkriterium: Symptomdauer in der ICD-10 zwischen wenigen Tagen und maximal einem Monat.
✓ Doku-Tipp: Dokumentieren Sie den exakten Onset. Wenn die Symptome den 30. Tag überschreiten, muss die Diagnose zwingend in Schizophrenie (F20.x) geändert werden.
Definition
Akute Psychose mit typischen schizophrenen Symptomen, deren Dauer jedoch zu kurz für eine Schizophrenie ist.
Diagnosekriterien nach ICD-10
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Akuter Beginn (< 2 Wochen)
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Eindeutig schizophrene Symptome
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Dauer < 1 Monat
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Vollständige Remission
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Update zu ICD-11
- Einordnung: Die Diagnose geht in 6A23 (Acute and transient psychotic disorder) auf.
- Akuter Onset: Die ICD-11 fordert für diese Kategorie einen „akuten Beginn“ – das bedeutet, der Wechsel von einem nicht-psychotischen zu einem voll-psychotischen Zustand muss innerhalb von maximal 2 Wochen erfolgt sein.
- Dauer-Flexibilität: In der ICD-11 kann eine akute psychotische Störung (6A23) bis zu 3 Monate dauern. Das ist ein signifikanter Unterschied zur ICD-10 (1 Monat). Dies erlaubt Klinikern, mit der definitiven Diagnose „Schizophrenie“ länger zu warten, falls die Episode doch noch abklingt.
- Symptom-Dimensionen: Statt des Namens „schizophreniform“ nutzt die ICD-11 Spezifizierer, um die Art der Symptome (z. B. positive Symptome, Desorganisation) zu beschreiben.
- Prädiktive Validität: Die Forschung zeigt, dass viele F23.2-Diagnosen später in eine Schizophrenie übergehen. Die ICD-11 trägt dem Rechnung, indem sie den Übergang zur 6A20 (Schizophrenie) ab einer Symptomdauer von einem Monat bereits ermöglicht, aber nicht zwingend vorschreibt, solange das 3-Monats-Fenster der akuten Störung noch offen ist.